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Aschermittwoch

Fasching oder Karneval - eine Zeit der Kostümierungen, Verkleidungen und Maskierungen, in der wir einfach Spaß haben und unbeschwert feiern. Eine Gelegenheit, in andere Rollen zu schlüpfen, die wir vielleicht gerne einmal einnehmen würden! Am "Aschermittwoch ist dann alles vorbei", wie es in einem Karnevalslied ein wenig wehmütig heißt. Stimmt das so? Ist nun wirklich erst einmal wieder alles vorbei, was uns ausgelassen und fröhlich sein lässt?


Alles hat seine Zeit. Für uns Christen jedoch folgt nach dieser Zeit der Verkleidung nun eine Zeit des Bekleidens. Wie wir das tun sollen, beschreibt Paulus im Römerbrief Kap.13, Verse 11-14. Nicht nur zur Fastenzeit, aber besonders dann sollen wir uns Bekleiden mit Christus, sollen ihn als Gewand anlegen. (Röm 13,14). Er möchte die Hauptrolle in unserem Leben spielen und wir versuchen, ihn darzustellen. Nicht nur jeder für sich, sondern auch gemeinsam in der Gemeinde sollen wir dies tun. "Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht." (Kol 3, 12-14). Um in diese Gesinnung hineinzufinden, hilft uns das Aschenkreuz, mit dem wir uns am Aschermittwoch bekleiden lassen. Es stellt uns vor Augen, dass wir alle Sünder sind und niemand dem andern überlegen ist. Wir erkennen, dass wir der Gebete unserer Mitmenschen bedürfen und diese ebenso unser Gebet benötigen - ähnlich wie beim Schuldbekenntnis in jeder Hl. Messe. Wenn es uns gelingt, die Aufforderung von Paulus tatsächlich zu befolgen, können wir unsere Masken fallenlassen, wir können uns sehen, wie wir in Wahrheit sind und müssen uns nicht mehr verstellen. Auch wenn wir fallen, sind wir dann sowohl von Christus als auch von unseren Schwestern und Brüdern angenommen und geliebt! Dass die Asche aus den im Osterfeuer verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres gewonnen wurde, verdeutlicht die Verbindung zum Opfer Christi, das er für uns erbracht hat. So verstanden, ist das Aschenkreuz mehr als nur ein Symbol, es ist Stärkung und auch Schmuck, der uns die Anmut einer echten Bußgesinnung ausstrahlen lässt, die uns von allem Stolz und Überheblichkeit frei macht und uns gemeinsam frohgemut auf den Weg zu Ostern hin gehen lässt.